Lappland: Wo sich Rudolph und Santa gute Nacht sagen
Lappland umfasst den nördlichsten Zipfel Europas und ist nicht unbedingt das Reiseziel Nummer eins der meisten Deutschen. Dabei hat das Gebiet gerade für Naturliebhaber so viel zu bieten.
Der Begriff Lappland bezeichnet eine Region im Norden von Europa, wobei die Grenzen nicht genau festgelegt sind und die Umrisse des Gebiets in unterschiedlichen Beschreibungen variieren können. Es umfasst Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands. Häufig wird Lappland als das Siedlungsgebiet des hier lebenden Volkes der Samen festgelegt und erhält dadurch seine geographische Eingrenzung und eine Größe von mehr als 380.000 Quadratkilometer. Obwohl nicht nur die Samen das Gebiet bevölkern, ist die Landschaft insgesamt recht dünn besiedelt.
Lappland: Natur pur
Schon der dänische Schriftsteller Hans Christian Andersen schickte in seiner Erzählung „Die Schneekönigin“ das Mädchen Gerda nach Lappland. Wo sie noch auf einem freundlichen Rentier ritt, sind heute Touristen mit Motorschlitten oder solchen von Huskies oder Rentieren gezogenen unterwegs. Die von etlichen großen Flüssen durchzogene Landschaft ist vielseitig und reicht von flachen Tundren über Taiga-Gebiete mit dichten Wäldern bis zu bergigen Höhen von etwa 2.000 Metern über dem Meeresspiegel. Damit ist auch das Klima regional unterschiedlich und reicht von gemäßigter Kühle an der Küste bis hin zu subpolaren Temperaturen im Schnee und Eis des nördlichsten Lapplands.
Eine Reise nach Lappland ist insbesondere für Wintersportfreunde und Ornithologen eine wahre Freude, ist die Region doch sowohl reich an winterlichen Landschaften als auch an verschiedensten Vogelarten. Aber auch Wanderer und Trekking-Freunde kommen auf ihre Kosten. Für den Nicht-Skandinavier sind die Rentiere wohl das interessanteste, was die Flora Lapplands zu bieten hat. Die Tiere, die unsereins hauptsächlich aus Geschichten als Helfer des Weihnachtsmannes kennt, sind hier weit verbreitet, wenn auch nur teilweise domestiziert. Wer Wert auf Kultur legt, kann sich von den Traditionen der Samen berichten lassen und außerdem in den Städten ein wenig Zivilisationsluft schnuppern. Hier ist es vor allem der Bergbau, der in einer der wichtigsten Wirtschaftszweige darstellt und den man in eigens für Touristen angebotenen Führungen erkunden kann.
Lappland: Wintererlebnis-Reisen
Reiseveranstalter bieten sogenannte Wintererlebnis-Reisen an, beispielsweise in der Gegend von Harriniva im finnischen Teil Lapplands, wo Touristen über mehrere Tage die schneebedeckte Natur erkunden können, während sie mit dem Schlitten ihrer Wahl durch Wälder, auf zugefrorenen Seen und über scheinbar endlose weiße Ebenen fahren. Übernachtet wird nicht in Hotels, sondern in Lappenzelten, Iglus oder Saunen, sodass man sich jederzeit mit den Traditionen des Landes verbunden fühlt. Schneeschuhwandern und Skilaufen kann man hier bis zum Umfallen, aber auch beim Wildwasserrafting, Kanutouren oder Lachs-Angeln kann der interessierte Reisende sich in der Natur austoben, bis es irgendwann wieder an der Zeit ist, nach Hause zurückzukehren.
