Marrakesch: Die Perle des Südens

Die Königsstadt Marrakesch ist wie ein orientalisches Märchen aus 1001 Nacht im Südwesten Marokkos. Das Weltkulturerbe zieht mit seinen glänzenden Hotelsternen und Riads die Reichen und Schönen an. König  Mohammed VI regiert zwar in der Hauptstadt Rabat, aber feiert in Marrakesch. Auch nach dem Anschlag im Café Argana am Djemaa-el-Fna-Platz, strahlt das Tor zwischen Europa und Afrika.



Nach Marrakesch zu reisen, ist wie in eine andere Welt einzutauchen: Hier ist die Schnittstelle zwischen arabischem Orient, Afrika und Europa. Sich dem Treiben auf dem weltberühmten Marktplatz Djemaa el Fna hinzugeben, wenn die Gaukler mit ihren Äffchen, die Schlangenbeschwörer und Wahrsager im Duft von Gewürzen und heißer Erde die Bühne beleben, ist ein ganz besonderes Erlebnis.

Marrakesch ist aber auch die Stadt der Kontraste, nirgends im Land ist die Kluft zwischen arm und reich tiefer und die Kriminalitätsrate höher. Wo so viele Gegensätze zusammenstoßen, sind die Kollisionen kaum zu verhindern.

Marrakesch – UNESCO Weltkulturerbe

Die Altstadt Marrakeschs zusammen mit den Agdal-Gärten und den Menaragärten wurde 1985 zum Weltkulturerbe erklärt. Die Stadt im Südwesten hat einige architektonisch wertvolle Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dennoch ist es eher der Gesamteindruck und das Ambiente, was Marrakesch sehenswert macht.

Die Koutoubia Moschee ist eine der ältesten Moscheen Marokkos und gleichzeitig die größte und prächtigste von Marrakesch. Sie wurde 1158 von den Almohaden eingeweiht und stetig erweitert. Ihr Minarett ist das Wahrzeichen der Stadt und des ganzen Landes. Auch der Kasbah aus dem 12. Jahrhundert und die Agdal- und Menaragärten gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Marrakesch.

Marrakesch – Tor zwischen Europa und Orient

Neben der orientalischen Architektur Marrakeschs besticht die Stadt vor allem durch ihr Flair. In der Luft liegen Freiheit und Offenheit. Kaum eine Stadt des Orient scheint so multikulturell wie Marrakesch. Die Stadt verbindet die Erde von Afrika mit westeuropäischem Luxus und französischer Sprache, islamische Religion mit arabischen Düften und bunten Fliesen.

In der Stadt leben Menschen aus aller Welt, die sich hier ein Riad geleistet haben. Viele Prominente und Touristen verweilen gerne in diesem Märchen und trügen den Blick auf die Kluft zwischen Armut und Reichtum, Freiheit und beklemmender Tradition.

Marrakesch – Licht und Schatten auf dem Djemaa el Fna

Die berühmteste Stelle der Stadt Marrakesch hat zwei Gesichter: Der Djemaa el Fna symbolisiert das Leben hier, wie es wirklich ist. Der Platz trägt seinen Namen nach seiner alten Tradition, denn hier wurden früher die Köpfe der Gehängten zur Schau gestellt.

Während Touristen der Kultur und dem Treiben auf dem Markt nur von oben, von der Terrasse des Cafés Argana, zuschauten und dabei alles Unangenehme ausblenden konnten, kämpften Kinder und Alte, Obdachlose und Kranke unten ums Überleben. Dass diese Spannungen zwischen westlichem Hochmut und orientalischer Realität einmal zu einer Explosion führen würden, ist nicht weiter verwunderlich.

Die Verwestlichung Marrakeschs galt als Todessünde in den Augen der Extremisten und so wurde der Djemaa el Fna am 28. April 2011 zur Bühne für Robin Hood, Rächer der Armen. Bei dem Terroranschlag wurden 18 Menschen getötet.

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