Mumbai: Eine Reise ins ehemalige Bombay
In Mumbai ist ist die Vergangenheit der Kolonialisierung tief verwurzelt. Allein schon der alte Name der Stadt, „Bombay“, ist etwas, was nicht nur im Bewusstsein vieler Europäer tief verwurzelt ist. So tragen auch heute noch viele offizielle Behörden den alten Namen aus der Zeit der Kolonialisierung und beide Varianten werden von den Bewohnern nebeneinander genutzt. Die Riesenstadt hat eine spannende Geschichte und atemberaubende Kultur zu bieten, die nach einem Besuch nicht so schnell vergessen wird.
In Mumbai leben rund zwölf Millionen Menschen. Eine unvorstellbare Zahl, mit der keine einzige der europäischen Metropolen mithalten kann. Im Vergleich: Die Einwohnerzahl des häufig als riesig empfundenen Londons beträgt ungefähr acht Millionen Einwohner. Berlin, die größte Stadt der Bundesrepublik Deutschland ist die Heimatstadt von etwa 3,5 Millionen Einwohnern.
Mumbai als Kulturhauptstadt Indiens
Nach Zeiten der portugiesischen und britischen Kolonisierung entwickelte sich die Stadt nach 1948 zur Handels- und Kulturhaupstadt Indiens. Die internationale hinduistische Kulturorganisation hat hier ihren Sitz und die Stadt ist reich an Museen, Theatern und anderen kulturellen Einrichtungen. Sehenswert ist dabei unter anderem das „Prince of Wales Museum“, welches in einem beeindruckenden Kolonialbau zu finden ist. Außerdem ist auch die „Jehangir Art Gallery“, das berühmteste Museum für zeitgenössische Kunst in Mumbai, ein spannender Anlaufpunkt.
Der „Gateway of India“ ist ein beeindruckendes Monument und ein wichtiger Teil der Geschichte, welches an den „Arc the Triomphe“ in Paris erinnert. Anlass des Baus war der Besuch von König Georg V. Gedacht war der Gateway als Ort des Empfangs für ankommende Schiffspassagiere, ist aber auch heute noch sicherlich einen Besuch wert.
Mumbai: Wo Europa auf Indien trifft
Im Stadtbild der Metropole ist die Zeit der Kolonialisierung kaum zu verkennen. Kolonialbauten, die einen interessanten Mix aus europäischen und indischen Einflüssen zu verzeichnen haben, verwirren auf den ersten Blick und üben gleichzeitig eine erstaunliche Anziehungskraft aus. Die Briten brachten die viktorianische und die gotische Architektur nach Indien, wo sie aufgegriffen und mit indischen Details verfeinert wurde. So entstand ein sehr charakteristischer Stilmix.
Mumbais Vielfalt
Die Menschen der Stadt sprechen über 200 verschiedene Sprachen und Dialekte. Die am meisten gesprochene Sprache ist dabei Marathi, welche von über vierzig Prozent der Bewohner gesprochen wird. Verkehrssprache zwischen den Kulturen ist jedoch Englisch. Arm und reich prallen in dieser Stadt aufeinander, in der über die Hälfte der Bewohner in den sogenannten „Slums“ leben. Die Wohlhabenden der Stadt schotten sich durch eigenes Wachpersonal in ihren Wohnvierteln ab und leben ungestört den persönlichen Lebensstandart.
Mumbais Küche spiegelt die kulturelle und ethnische Vielfalt des Landes wieder. Es existiert keine einheitliche Kochkultur, als Besucher hat man die Qual der Wahl, doch ist sicherlich etwas für jeden Gaumen dabei. Es braucht wohl viel Zeit, um die Kultur der Bevölkerung zu verstehen, wirkt doch auf den ersten Blick alles so ungeordnet und chaotisch. Wer nach klaren Linien und Struktur sucht, ist in dieser Stadt sicherlich falsch. Offene Menschen, die etwas lernen möchten, kommen hier hingegen auf ihre Kosten. Man sollte sich auf diese Stadt einlassen, um sie wenigstens im Ansatz verstehen zu können.
Ehemaliges Bombay: Stadt der Extreme
Die Metropole ist sicherlich eine Stadt der Extreme – hier trifft reich auf arm, europäisch auf indisch. Wobei – was genau ist eigentlich indisch? Leben in diesem Land doch eine unvorstellbare Vielzahl an Völkern, mit eigener Sprache, Kultur und Religion. Die Stadt ist eine enorme Herausforderung für europäische Verhältnisse, die sich allerdings lohnt!
